Das muss Ende 2001 gewesen sein. In Mae Sapok warteten wir auf Gäste, doch keiner kam („Was für ein Start!“ – Kapitel 8 im Buch). Das war frustrierend. Allerdings wusste ich auch immer noch nicht, wie eventuelle Gäste hochkommen sollten auf den Elefanten. Denn sie sollten von Beginn an im Nacken der Elefanten reiten und nicht im Korb, wie es überall angeboten wurde. Das Gewicht eines Menschen würde kein Problem für die Tiere bedeuten, und ausreichend Pausen sollten sie auch bekommen.

Als das Foto geschossen wurde, hatten unsere zwei Elefanten angesichts fehlender Gäste sogar nur Pausen. Abgesehen von meinen Versuchen, einen praktikablen Aufstieg herauszufinden.

Im Tierpark Friedrichsfelde hatte ich gelernt, über den Fuß aufzusteigen. So machte ich es auch, als ich bei meinem ersten Thailand-Trip 1990 im Camp der Karen auf einen Bullen steigen sollte. Mehr weiß ich nicht mehr, so aufgeregt war ich. Irgendwann war ich oben. Damals wog ich allerdings noch 80 Kilo – auf dem Foto oben hatten sich 40 neue eingefunden.

Keiner hatte zuvor das Reiten im Nacken für Touristen angeboten, da war ich Pionier. Bis dahin blieb der Nacken den Mahuts vorbehalten, den Elefantenführern. Doch in den Nacken mussten meine Gäste erst einmal kommen. Wie so oft, begegnete ich Zweiflern und hämischen Kommentaren.

Aufstieg Mahut

Erkenne den Unterschied

Aufstieg Gast

 

In Thailand merkte ich schnell, dass der Aufstieg über den Fuß des Riesen normalen Mitteleuropäern nicht zuzumuten war. Sie kamen ja nicht alle aus der Kunstturn-Abteilung. So entschied ich, dass die Gäste aufsteigen sollten wie die Mahuts auch: Der Elefant senkt den Kopf, der Gast springt ihm in den Nacken, mit dem Rücken zur  Fahrtrichtung. Der Elefant hebt den Kopf und oben dreht der Reiter, bis er richtig sitzt.

 

 

So machen wir es bis heute. Es gab keine Alternative, auch wenn Schwergewichte das Aufspringen nicht leicht fanden. Manchmal musste ich helfend eingreifen. Doch wenn ich jeden Hintern hätte hochschieben müssen, gäbe es mich heute nicht mehr. Oder nur als chronischen Bandscheibenvorfall.

Fotos: Elephant Special Tours

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